Liedberg

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Tranchot  Müffling liedberg
Tranchot Müffling liedberg Quelle LVR Bureau topographique de la carte des quatre Départements réunis de la rive gauche du Rhin 1801, 1815-1815 Diese Bild- oder Mediendatei ist gemeinfrei

Liedberg ist seit der kommunalen Neugliederung 1975 ein Stadtteil der Stadt Korschenbroich im Rhein-Kreis Neuss.
mehr Info zum Schloss siehe unter Heimatverein

Liedberg ist seit der kommunalen Neugliederung 1975 ein Stadtteil der Stadt Korschenbroich im Rhein-Kreis Neuss.
Liedberg liegt auf der Nordseite der gleichnamigen Quarzitkuppe Liedberg. Dieser ist das älteste Natur- und Kulturdenkmal des Rhein-Kreis Neuss. Er entstand vor über einer Millionen Jahren und ist mit 56 m ü. NN eine der höchsten Erhebungen in der rheinischen Tiefebene. Steinwerkzeuge aus der Altsteinzeit wurden hier gefunden. Auf der Spitze des mit der/dem Haag bewaldeten Hügels thront das ehemals kurkölnische Schloss Liedberg, eine typische Höhenburg. Neben Kleve hat Liedberg die einzige Höhenburg am Niederrhein

Den Stand der Arbeiten am Schloß kann man hier verfolgen http://www.schloss-liedberg.de/restaurierung.htmlDie Geschichte des Schloss Liedberg aus aus http://liedberg.li.funpic.de/geschichte.html
Allgemeines zum Liedberg: Wir sehen hier eine Höhenburg vor uns, die am linken Niederreihn natürlich recht selten ist: Es gibt heute davon noch 3: Die Schwanenburg in Kleve, Burg Wassenberg und Liedberg; diese Burgen nutzen ein natürliche Erhebung, so wie den Liedberger Sander, der in der Eiszeit entstanden ist. Er hat eine maximale Höhe von 80 m über dem Meeresniveau, aber nur 20 m Höhe gegenüber dem Umland. Seit der Steinzeit gibt es nachweislich den Abbau des berühmten Liedberger Sandsteins, was man an den Funden von Faustkeilen und diversem Baumaterial nachweisen kann. In Neuenhoven haben wir zum Beispiel Fensterrahmen aus Sandstein gesehen, die Grabsteine auf dem Beduburdycker Friedhof stammen aus dem 17. Jhd. Davon hat es um 1930 noch ca. 250 gegeben. Die Gewinnsumme des Sandsteins erfolgte auch im Untertagebau, wovon die Tunnel und Schächte unter uns Zeugnis geben. Dieser Bergbau wurde bis ins 19. Jhd. betrieben, die Schächte sind teilweie noch zugänglich, was immer wieder für Gefahren und Unglücken sorgte, vorallem im sog. Felskeller (Pfadfindergrab!).

Der Liedber selbst erstreckt sich in Ost-West-Richtung über 700 m, in Nord-Süd-Richtung 300 m. Auffällig sind 2 Kuppen: 1. der sog. Mühlenberg, der die "Römerwacht" enthält, eine sehr alte Burganlage, nach der man eigentlich einmal archäologisch graben sollte, um Genaueres zu erfahren. Die 2. Kuppe ist die Liedbergspitze, auf der wir jetzt stehen. Zwischen den beiden Kuppen liegt der sog. Mühlenturm, der ursprünglich wohl auch eine Burganlage darstellte, vielleicht sogar verbunden mit dem Schloss Liedberg, da ja auch in dessen unmittelbarer Nähe die Kapelle liegt, in früheren Zeiten eine Schlosskapelle. Auch dazu wäre weiter Nachforschungen zu empfehlen. Die Burg selbst ist über 6 Jahrhunderte eine kurkölnische Landesburg gewesen. Sie hat durchaus wehrhaften Charakter, was an recht imposanten Ringmauer zu erkennen ist. Deren Grundmauern stammen nachweislich aus dem 11. Jhd. Die Anlage war ursprünglich 2-teilig und bestand aus einer Vorburg und einer Hauptburg, die im 14. Jhd. gebaut wurden. Zur Vorburg gehörten ein Torhaus und eine Steinbrücke, auf der wir gerade stehen, das Torhaus wurde 1896 abgerissen, offenbar wegen Baufälligkeit. Zur Hauptburg gehört der überaus wuchtige Mittelturm: 4-Geschossing mit barocker Turmhaube und einem schönen Spitzbogenfries. Das oberste Geschoss ist aus Tuffstein gebaut, die anderen Teile natürlich aus Sandstein. Die bedeutende Kirche San Lorenzo an; kurz darauf stirbt er, wie seine gute Mutter glaubt: zur Strafe für seine Freveltat. Hildegunde baut daraufhin das Kloster Meer im heutigen Meerbusch und wird Äbtissin. Sie war so fromm, das die Kirche sie selig sprach; sie wurde Patronin aller bedrängten Mütter, speziell Fürsprecherin bei Schwangerschaftbeschwerden und Kopfschmerzen. Bremer beklagt in seinem Buch, dass sie in ihrem Geburtsort Liedberg weder gekannt noch verehrt wird! Nach langem Streit um das Erbe kommt Liedberg zu nächst in den Besitz derer von Randerath, die bei Geilenkichen an der Rur ihren Stammsitz hatten, jedoch erhebt kurz darauf der Kölner Erzbischof Ansprüche genauso wie der Graf von Jülich. Der Streit dauert ca. 100 Jahre. Wer gewinnt? Die Kirche, und so wird ab 1367 Liedberg endgültig kurkölnische Landesburg, die von einem Amtmann verwaltet wird. Bewegte Zeiten folgen nun: Das Raubrittertum macht sich breit, vorallem am linken Niederreihn. Vorbei ist es mit den edlen Rittern der Minnegesangs, jetzt wird überfallen, geplündert, entführt und erpresst. Besonders berühmt-berüchtigt: Gerhard von Dyck, Wilhelm von Jülich und engelbert von Steinhausen. De Gründe: Hier verliefen wichtige Handelsstraßen (Brabanter Straße in Schlich), und Handel und Gewerbe begann zu blühen. Für den Ritterstand gab es im ausgehenden Mittelalter nur noch 2 Beschäftigungen: Räubern oder Söldner in fremden Heeren. Das ging so bis in die Mitte des 16. Jhd. Dann kamen die größeren Kriege, zum Beispiel:

1582: Der Truchsessische Krieg, als Gebhard Turchsess von Waldburg als Erzbischof von Köln zum evangelischen Glauben übertrat. Im Verlauf der Kriegshandlung wurde auch die Kirche von Bedburdyck bis auf den Turm vollständig zerstört, Schloss Liedberg überstand die Angriffe und wurde zum Zufluchtsort für die Bevölkerung im Umland.

1618:30-jähriger Krieg: "Die Hessen kommen" und verlangen viel Schutzgeld dafür, dass nicht geplündert und gebrandschatzt wird. Die Not ist groß, denn auch Pest und Typhus bringen Tausende von Menschen ums Leben. Zum Schluss des 30-jährigen Krieges kommen die Schweden und kassieren noch einmal, was übrig ist.

1673: Im Niederländischen Krieg wir das Dorf Liedberg total zerstört, das Schloss widersteht aufgrund seiner wehrhaften Befestigungen. Kantenlänge des Turms beträgt 10 m, die Stärke der Mauern 1,60 m, was auf die Wehrhaftigkeit der Anlage hinweist. Im obersten Stockwerk waren zur Zeit, als Jakob Bremer sein Buch mit dem Titel "Das kurkölnische Amt Liedberg" (900 Seiten!) schrieb, noch Schießscharten und größere Öffnung für Kanonen zu sehen, ebenfalls eine Pechnase, von der aus heißes Pech auf die Angreifer geschüttet wurde, wie man an den schwarzen Spuren der Außenwand sehen kann. Die Ringmauer hat einen recht breiten Wehrgang, der allerdings teilweise verfallen und daher nicht begehbar ist, vom Innenhof zu besichtigen.

Zur Hauptburg gehören weiter: Ein alter Rittersaal rechts vom Turm, auch Bräuhaus genannt, da dort ab 1800 das Liedberger Bier gebraut wurde. Dieser Trakt wurde 1944 von einer Luftmine getroffen und ist nur noch als Ruine zu bewundern ist. Im Buch von Bremer von 1930 ist ein Foto zusehen, auf dem man ein spitzes Satteldach erkennen kann. Weiter ein Wohngebäude links vom Turm, der sog. Gülich, der als Wohngebäude für den Pächter dient. Es ist ein Ziegelsteinbau, dessen Name an den Grafen von Jülich erinnern soll, der eine Zeitlang im 13. Jhd. Besitzer der Burg war. Links davon stand bis 1896 ein kleiner Turm, der Vogelsang, der eingestürzt ist, davor erkennen wir einen 2-stöckingen Turm mit flacherer Haube. Hinter dem Turm liegt das eigentliche Schlossgebäude, der Palas also, 2-geschossig , im 17. Jhd. gebaut und vom schlosshof aus besser zu besichtigen.

Im Schlosshof
Zur Geschichte von Liedberg: Im 12. Jhd. lebten hier die Edelleute von Liedberg, die das Gebiet zwischen Erft und Niers beherrschten. Dieses Geschlecht stirbt, wie man so schön sagt, im "Mannesstamm" aus, u.z. noch im 12. Jhd. Überliefert wird als bedeutender Vertreter "Herimannus de Litheberche", also Hermann von Liedberg, der 1143 stirbt. Er hinterlässt seine Frau Hadwig, die postwendend in ein Kloster eintritt, und 3 Töchter, von denen Hildegunde die interessanteste ist: Sie heiratet Graf Lothar von der Ahr, der die Burg Ahre, am dortigen Rotwein-Wanderweg gelegen, besitzt und das gesamte Ahrthal beherrscht. Jedoch stirbt auch Lothar recht früh. Das Paar hat 3 Kinder (soviel Zeit musste sein!). 2 gehen direkt ins Kloster, der Sohn Theoderich erbt das Ahrtahl und Liedberg. Als treuer Vasall vom Kaiser Friedrich Barbarossa zieht er mit diesem in den Krieg gegen Rom und zündet mit einer Brandfackel die damals

Was passiert noch in dieser Zeit in Liedberg? Hexenverfolgungen, Errichtung eines Galgens an der Sandgrube, eine Prangers auf dem historischen Dorfplatz und andere unangenehme Dinge.

1794: kommen die Franzosen mit dem Motto: Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit. Das bedeutet zunächst: Alle kirchlichen Güter werden säkularisiert, also der Kirche abgenommen, daher ist es vorbei mit der kurkölschen Herrlichkeit (vielleicht ist es ja kein Zufall, dass zur gleichen Zeit in Liedberg die Bierbrauerei beginnt!)

1826: wird der Freiherr von Fürstenberg neuer Besitzer von Schloss Liedberg, und zwar bis 1874. Das Bistum Köln hat es dann ab 1969 verpachtet an Gottfried Fix des es anschliessend geschenkt bekam. Er versuchte intensiv, das Schloss zu sanieren, hat dann das Schloss Liedberg im Jahre 2000 an Jakob Dijksterhuis verpachtet. Also: Ein Niederländer kommt, nicht um zu zerstören sondern um aufzubauen.

Der neue Besitzer Peter Overlack renoviert das Schloss und braucht dafür 10 Jahre und steckt dazu 20 Millionen Euro hinein um darin später selber wohnen zu können.

Liedberg mit Burg

Blick von Steinhausen
Blick von Steinhausen

Frontansicht

Blick aus der Nähe
Blick aus der Nähe

2010 Arbeiten am Schloß

Stand der Bauarbeiten April 2012

näheres zum baufortswchritt siehe hier eine weitere info

stand der Arbeiten 2012

Die Außenanlagen sind jetzt zu erkennen, am hügelabsatz ein Wassergraben

Stand der Bauarbeiten August 2013

Bauarbeiten Februar 2017

Der Bau rechts vom Eingangstor ist fertig, Die vorliegende Gartenanlage ebenfalls. Jetzt warten wir auf den Tag der offenen Tür. Info unter http://www.heimatverein-liedberg.de/de/Aktuelles.htm