VIE Beberich

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Beberich ist ein südlicher Ortsteil der Stadt Viersen (Alt-Viersen), der an die Ortsteile Bockert, Hamm, Hoser, Rintgen und Ummer grenzt. Dort leben in etwa 4500 Menschen. Er ist sehr ländlich geprägt und in den südlich gelegenen Wald/Wiesen und Feldregion grenzt er auch an die Stadt Mönchengladbach (Stadtteil Windberg) in Höhe der Autobahn A52.

  • Portenkreuz
  • Gedenckstätte Oberbeberich
  • Berliner Höhe

Beberich

von 1730

info Portenkreuz

Beschreibung
Das sogenannte Portenkreuz am Pittenberg stammt aus dem Jahr 1730. Mündliche Überlieferungen zeugen von der Geschichte des Kreuzes.

Durch die Familie ther Porten wird das Kreuz an dem Ort aufgestellt, an dem angeblich ein Mord verübt wird. (heute Gladbacher Straße/Ecke Weiherstraße). Während der französischen Besetzung wird dieses Kreuz zerstört. Die damaligen Anwohner sammeln die Bruchstücke ein und vergraben sie auf dem Pittenberg. Nach Abzug der Franzosen und nach der Instandsetzung des Kreuzes wird es auf dem Pittenberg neben einem Heiligenhäuschen, das heute nicht mehr existiert, aufgestellt. Das Heiligenhäuschen ist den drei Eisheiligen geweiht. Später kommt das Kreuz dann an seinen heutigen Standort, an die Hausfront.

Das etwa 4,00 m hohe Kreuz aus Sandstein baut sich aus drei Zonen auf. Im unteren Bereich tritt eine ovale Fläche aus einer rechteckigen Umrahmung hervor. In dem sich darüber befindenden Wulst sind Kreuzblätter und eine Traube dargestellt. Im mittleren Teil befindet sich eine muschelförmige Nische, in der früher eine Madonna mit Jesuskind steht. In einem Quadrat über der Nische ist das Datum der Errichtung zu lesen:
A0 1730 d. 19. Oktober.

Auf eine kleine Kämpferplatte folgt ein niedriger Steinquader, der die Namen der Stifter enthält:
Johann Porten, Cath. Anna Porten.

Das bekrönende Kreuz ist im Verhältnis zur Gesamthöhe sehr klein und besitzt ein Kruzifix in Reliefdarstellung. Unter dem Kreuz befindet sich eine weibliche Figur in einem langen, wehenden Gewand, mit einem Schwert, vermutlich Maria. Links außerhalb des Kreuzschaftes schwebt ein Engel auf einer Wolke und fängt das Blut aus den Wundmalen Christi in einem Kelch auf. Dieses in der Malerei häufiger anzutreffendes Motiv, das mit der Verehrung des Erlöserblutes Christi zusammenhängt, ist auf religiösen Wegemalen selten zu finden.
aushttp://www.viersen.de/C125704A0030C552/html/9CBD0A7F4BED1670C1257083004A14DD?OpenDocument

Oberbeberich

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Geschichte
Während zunächst die Vereine und Kirchengemeinden in den Jahren zwischen 1919 bis 1925 Denkmäler zur Erinnerung an ihre Toten des 1. Weltkrieges aufstellten, folgten ab 1926 bis 1932 die Zivilgemeinde Viersen und ihre Sektionen. In der Sektion Oberbeberich wurde dies mit einer kirchlichen Feier verbunden. Auf dem von der Familie Heinrichs zur Verfügung gestellten Platz sollte das Kriegerdenkmal auch als Sektionskreuz aufgestellt werden. Unter der Leitung des Lehrers Thoma und unterstützt durch den Pfarrer Andreas Gilles und durch die Stadtverwaltung schlug eine Kommission den Bewohnern einen Entwurf des Krefelder Bildhauers Wilhelm Röttges vor. Die Finanzierung erfolgte durch Spenden der Einwohner Oberbeberichs. Die Weihe des Sektionskreuzes erfolgte am 17. Mai 1928 durch Pfarrer Gilles.

Beschreibung
Vier Stufen führen zu einem Altarsockel, auf dem ein Kruzifix aus Eichenholz unter einem Schutzdach steht. Der horizontale Balken wird rechts und links durch abgetreppte Streben mit dem vertikalen Balken gestützt. Die Christusfigur zeigt den seit der Gotik gebräuchlichen Dreinageltypus, bei dem die Beine übereinandergeschlagen werden und beide Füße von nur einem Nagel durchbohrt sind. Zudem ist unter den Füßen des Gekreuzigten ein Stützbrett angebracht. Die Figur ist lediglich mit einem Lendentuch bekleidet. Christus weist einem vom Leiden gezeichneten Körper und Gesichtsausdruck auf und ist bereits tot. Über dem Kopf befindet sich ein INRI-Schildchen.

An der Front des Altarsockels ist ein Muschelkalkrelief angebracht, auf dem zwei kniende Engel in langen, weiten Gewändern ein Spruchband in den Händen halten. Darauf stehen die Worte:

O crux ave vitae lignum.

Um den Altarsockel ist eine ovale, 1,80 m hohe und 40 cm breite Abschlussmauer aus Backsteinen gemauert. Darin sind jeweils 5 Muschelkalkplatten mit Namen der Gefallenen des 1. Weltkriegs eingelassen. Links ist die Überschrift. „Aus Dankbarkeit 1914" und rechts „Unsern Gefallenen 1918" zu lesen.

Der Entwurf für das Kriegerdenkmal in der Honschaft Oberbereich stammt von dem Krefelder Bildhauer Wilhelm Röttges. Eine überregionale Bedeutung kommt ihm nicht zu. In Schiefbahn wurde 1927 auf dem Kirchplatz ebenfalls ein Ehrenmal für die Gefallenen des 1. Weltkriegs nach seinem Entwurf errichtet. Röttges stellt einen sterbenden Soldaten dar, der sich liegend aufrichtet und in den Himmel schaut. Ein weiteres Ehrenmahl für die Gefallenen des 1. Weltkrieges entwarf Röttges für die Krefelder Fleischerinnung. 1933 wurde das Denkmal im Schlachthof eingeweiht.

Die Denkmäler nach dem 1. Weltkrieg zeigen eine große Motivvielfalt. Dabei sind christliche Attribute, allein oder in Verbindung mit weltlichen Symbolen, häufig vorzufinden. Seit der Regierungszeit des römischen Kaisers Konstantin des Großen (324-337 n. Chr.) ist das Kreuz das am häufigsten gestaltete Objekt in der christlichen Kunst, seit dem 6. Jahrhundert meist in Form des Kruzifixes. Das Kreuz symbolisiert zum einen den Opfertod Jesu Christi. Zum anderen symbolisiert es die Verbundenheit des Menschen mit der Erde und den Mitmenschen (waagerechte Achse des Kreuzes), sowie mit dem Göttlichen (senkrechte Achse des Kreuzes). Es soll die Trauernden in ihrem Schmerz trösten. So sprach Pfarrer Gilles bei der Weihe des Sektionskreuzes: „Das Kreuz passe für den Opfergeist der Helden, die das Opferkreuz trugen, schwer und kantig."

Die beiden Engel im Bildrelief stellen die Verbindung zwischen dem Himmel und der Erde her. Sie empfangen die Seele der Toten und geleiten sie ins Jenseits. Als Lichtwesen tun sie Gottes Willen kund.

Kriegerdenkmale, die nicht nur an Feldherren oder Offiziere erinnern, sondern auch an einfache Soldaten, entstanden erst in der Neuzeit (Französische Revolution). Nach Einführung der allgemeinen Wehrpflicht war die breite Masse der Bevölkerung vom Krieg betroffen. Das Wehrpflichtsystem begünstigte eine rücksichtslose Kriegführung mit riesigen Verlusten durch die Mobilisierung einer bislang unvorstellbaren Zahl von Soldaten. Die erstmalige Erwähnung der Namen einfacher Soldaten auf Gedenktafeln und Denkmälern sollte die Angehörigen trösten, indem es dem Tod ihrer Verwandten Sinn verlieh. Die Namenstafeln sind die eindrücklichste Form, die Erinnerung an die Toten zu bewahren. Der Name identifiziert den einzelnen Menschen über seinen Tod hinaus.

Das Kriegerdenkmal, zugleich Sektionskreuz in Oberbeberich, ist ein Beispiel für den Gemeinschaftssinn der Bürger einer Sektion. Das ausgeführte Monument spiegelt ihre tiefe Verwurzelung im katholischen Glauben wider.

aushttp://www.viersen.de/C125704A0030C552/html/F999709029F6BD6CC12573A6003A5609?OpenDocument

Berliner Höhe

Neues Kreuz an der Kreuzung
Neues Kreuz an der Kreuzung